Ses Païsses ist eine bronzezeitliche Talaiot-Siedlung rund 400 m von Artà entfernt, bewohnt etwa von 1000 bis 100 v. Chr. Ihr zentraler Talaiot ist das älteste Gebäude, die Ringmauer ist aus Zyklopenmauerwerk mit Steinen von bis zu 8 Tonnen. Für den Besuch solltest du etwa eine Stunde einplanen.
Was ist Ses Païsses?
Ses Païsses ist eine bronzezeitliche Talaiot-Siedlung am Rand von Artà und eine der besterhaltenen ihrer Art auf den Balearen. Die Anlage ist seit Jahrhunderten bekannt und seit 1946 als Denkmal erklärt.
Die Siedlung war etwa von 1000 bis 100 v. Chr. bewohnt. Hier siehst du Spuren einer Gesellschaft, die lange vor den Römern auf der Insel lebte. Der Name Talaiot bezeichnet die großen Rundbauten dieser Kultur, die Talaiots von Ses Païsses gehören zu den bekanntesten Beispielen.
Die Anlage ist kein Ort mit großen Gebäuden, sondern ein Komplex aus Mauern, Rundbauten und Gassen. Gerade dieses Nebeneinander macht die Besichtigung spannend.
Was kann man in Ses Païsses sehen?
Zu sehen sind die Zyklopenmauer mit drei Toren, der zentrale Talaiot, ein Hypostyl-Saal und mehrere Wohnräume. Die Mauer ist im Schnitt etwa 3,6 m breit und an einer Stelle knapp 3,5 m hoch.
Der zentrale Talaiot hat einen Durchmesser von 12 m und eine Höhe von etwa 4 m. Er gilt als das älteste Gebäude der Anlage, seine genaue Funktion ist aber unklar.
Die Steine der Ringmauer wurden in Zyklopentechnik verbaut, einige wiegen bis zu 8 Tonnen. Ein hufeisenförmiger Anbau mit Feuerstellen und Funden zeigt, wie die Menschen hier gelebt haben. Die Tore sind mit Türstürzen aus großen Steinen gestaltet.
Wer lebte in Ses Païsses?
Hier lebten Familienclans der Talaiot-Kultur, bis die Römer Mallorca 123 v. Chr. eroberten. Danach wurden die Siedlungen verlassen.
Warum die Ringmauer errichtet wurde, ist nicht gesichert. Vermutlich diente sie dem Schutz vor Konflikten, belegt ist das aber nicht eindeutig.
Auch der zentrale Talaiot wirft Fragen auf. Er könnte für Kulthandlungen oder die Vorratshaltung genutzt worden sein, eine Verteidigungsfunktion gilt als unwahrscheinlich.
Wie wurde Ses Païsses erforscht?
Die meisten heute sichtbaren Gebäude legte Giovanni Lilliu zwischen 1959 und 1963 frei. In den 1990er-Jahren wurden weitere Bauten entdeckt, seit 2004 wird jährlich gegraben.
Die Funde aus den Grabungen werden im Regionalmuseum in Artà gezeigt. Dort kannst du die Stücke aus der Siedlung genauer ansehen.
Die Anlage wurde 1946 zum Denkmal erklärt und später vom Staat erworben.
Wie plant man den Besuch?
Du erreichst Ses Païsses über einen schmalen Weg von der Ma-15, die Anlage liegt rund 400 m von Artà entfernt. Zu Fuß ab Artà ist das ebenfalls machbar.
Plane etwa eine Stunde für den Besuch ein. Laut den Angaben gibt es einen kleinen Parkplatz. Öffnungszeiten und Eintritt prüfst du vorab.
Kombinieren kannst du den Besuch gut mit einem Rundgang durch Artà, dem Regionalmuseum und der Ermita de Betlem. Die Coves d’Artà liegen ebenfalls im Osten der Insel.
Ein Besuch am Vormittag hat den Vorteil, dass du die Anlage bei gutem Licht fotografieren kannst.
Häufige Fragen
Wie alt ist Ses Païsses?
Die Siedlung war etwa von 1000 bis 100 vor Christus bewohnt, die Ringmauer entstand um 600 vor Christus.
Was sieht man in Ses Païsses?
Zu sehen sind die Zyklopenmauer mit drei Toren, der zentrale Talaiot mit 12 m Durchmesser, ein Hypostyl-Saal und mehrere Wohnräume.
Wie kommt man nach Ses Païsses?
Die Anlage liegt etwa 400 m von Artà entfernt und ist über einen schmalen Weg von der Ma-15 erreichbar. Du kannst auch zu Fuß ab Artà gehen.



