Das Castell de Bellver ist eine kreisrunde gotische Burg auf einem rund 110 Meter hohen Hügel über El Terreno am Westrand von Palma. Sie wurde 1309 unter Jaume II. vollendet und diente später als Gefängnis. Vom Dach siehst du weit über die Bucht, und der Innenhof mit seinen Arkaden ist das Highlight.
Was ist das Besondere am Castell de Bellver?
Das Castell de Bellver ist eine der wenigen kreisrunden Burgen Europas, in Spanien ist sie einzigartig. An der Außenseite fallen drei Wachtürme auf, und ein vier Meter breiter Graben umgibt die Anlage. Von außen wirkt sie geschlossen.
Der Wehrturm, der Torre de Homenaje, steht etwas höher und ist über eine Brücke mit dem Rest verbunden. Rundform, Graben und Turm dienten zugleich dem Schutz und der Repräsentation. Das erschließt sich auch ohne Vorwissen. Erst beim Betreten öffnet sich der Blick auf die Innenseite, und genau darin liegt für viele der eigentliche Reiz.
Wann und von wem wurde Bellver gebaut?
Die Burg begann unter Jaume I. und wurde 1309 unter Jaume II. vollendet. Den Bau leitete der Architekt Pere Salvà. Das Ergebnis war eine gotische Festung des Königreichs Mallorca, Residenz und Schutzburg gegen die Piraten an der Küste zugleich.
Ab Anfang des 19. Jahrhunderts diente Bellver als Gefängnis. Politische Häftlinge saßen hier, und auch französische Kriegsgefangene wurden im 19. Jahrhundert untergebracht. Wer sich vorher kurz über die Epochen informiert, sieht danach jeden Raum mit anderen Augen.
Wer saß im Castell de Bellver gefangen?
Zu den bekanntesten Häftlingen zählen Jaume IV., der letzte König von Mallorca, und der Staatsmann Gaspar Melchor de Jovellanos. Die Zeit von Jaume IV. im Kerker gehört zu den berühmtesten Kapiteln der Burg.
Jovellanos verbrachte mehrere Jahre in Haft und schrieb in dieser Zeit wichtige Werke. Das Verlies, die sogenannte Olla, liegt im Bergfried und ist über eine Wendeltreppe erreichbar. Dort spürst du, wie eng und abgeschottet die Haft war. Wer sich für Macht und Haft auf Mallorca interessiert, findet hier einen guten Anfang.
Was sieht man im Innenhof des Castell de Bellver?
Der runde Innenhof mit zweigeschossigen Arkaden ist das architektonische Highlight. Unten sind die Bögen romanisch, oben gotisch, sodass du den Übergang der Epochen direkt siehst. In der Mitte steht eine Zisterne mit Brunnen.
Von außen wirkt die Burg wie eine verschlossene Festung, innen öffnet sie sich mit Licht und Arkaden. Viele rechnen mit einer reinen Wehranlage und staunen. Schau nach oben, die Arkaden sieht man vom Hof aus am besten.
Eintritt und Öffnungszeiten des Castell de Bellver ändern sich, prüfe sie deshalb vor dem Besuch.
Wie kommt man von Palma zum Castell de Bellver?
Am einfachsten geht es mit dem Auto oder dem Taxi bis zum Parkplatz oben. Die Anlage liegt oberhalb von El Terreno am Westrand von Palma. Zu Fuß geht es bergauf durch den Parc de Bellver, durch einen Pinienwald.
Der Fußweg lohnt sich, wenn du die Stadt vorher erkunden willst. Am Vormittag ist der Anstieg angenehmer, bevor die Mittagshitze kommt. Bei den Bussen zählt der aktuelle Fahrplan, denn Linien und Takte ändern sich.
Lohnt sich der Besuch des Castell de Bellver für die Aussicht?
Ja. Von der Dachterrasse siehst du Palma, die Kathedrale und einen großen Teil der Bucht. Der späte Nachmittag ist am schönsten, wenn das Licht warm wird und die Stadt weicher wirkt.
Mit der Kathedrale La Seu am selben Tag ergibt sich ein abwechslungsreicher Tag in Palma. Zwischen beiden Besuchen fährst du zurück in die Innenstadt, und danach klingt der Tag am Passeig Marítim aus.
Häufige Fragen
Wie lange sollte man für die Burg einplanen?
Rechne mit einer bis anderthalb Stunden. Dazu kommt der Weg durch den Park, wenn du zu Fuß gehst.
Wie kommt man am besten zum Castell de Bellver?
Mit dem Auto oder Taxi bis zum Parkplatz oben ist der Weg am einfachsten. Zu Fuß durch den Parc de Bellver braucht etwas Ausdauer.
Lohnt sich der Besuch vor allem für die Aussicht?
Ja, von der Dachterrasse siehst du Palma, die Kathedrale und einen großen Teil der Bucht. Der späte Nachmittag eignet sich dafür am besten.



